Seye es uns eine Ehre, Euch hier auf unserem mit Worten gefüllten Pergamentum zu begrüssen.

Amicitia vincit horas - Freundschaft überdauert die Zeit

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Woher wir kamen?

Ich erinnere mich noch genau an den August im Jahre des Herrn 1290.

Von Idealismus getrieben hatten wir uns in das gelobte Land begeben um das Königreich Jerusalem vor den Heiden zu verteidigen.

"Wappen des Königreichs Jerusalem

Wir lieferten uns zahlreiche Gefechte mit den Mameluken unter ihrem Sultan al-Asraf Chalil, bei denen wir dem Tod mehr als einmal begegneten. Dieser raubte mir den Großteil meiner Waffenbrüder. Von den einstmals 48 Soldaten waren mir nur noch eine Hand voll geblieben. Unsere hehren Ziele, die Verteidigung des Christentums, Ruhm, Ehre und Reichtum traten immer mehr in den Hintergrund. Wichtig wurde nur noch das eigene Überleben.

Lasst mich berichten, was uns letztendlich dazu brachte, den vom Papst beschworenen Pfad der Tugend und Ritterlichkeit zu verlassen.

"Jesus in Jerusalem, Zerstörung des Tempels.

Unsere Anführer hatten nach Jahren des Krieges einen brüchigen Frieden ausgehandelt. Dieser wurde allerdings nicht von Jedem ernst genommen.

Eine Gruppe lombardischer und toskanischer Kreuzfahrer, die zur Rettung der Christenheit eingetroffen waren und von einem neuen Kreuzzug träumten, wurden durch diesen Frieden praktisch zum Nichtstun verdammt.

Oftmals sah man sie saufend und hurend, Niemandem Respekt zollend durch die Straßen ziehen. Höhepunkt ihres schändlichen Verhaltens war das Massaker an zahlreichen moslemischen Händlern. Im Zuge des darauffolgenden Aufstands kamen auch zahlreiche jüdische und christliche Einwohnern der Stadt ums Leben.

Das Erlebte ließ sich weder verdrängen, noch ungeschehen machen.

"Enthauptung der Juden durch die Feinde des Herrn.

In Folge dieser Bluttat unterhielt ich mich des öfteren mit dem Spieß unserer Truppe über die Situation, verlorene Weggefährten und unserem bröckelnden Glauben. Eines Abends ließ ich mir in einer Taverne von ihm berichten, wie es um das körperliche Befinden, die Moral und Loyalität der überlebenden bestellt war. Er versicherte mich der Treue und des Vertrauens unserer Mannen und dem unerschütterlichen Willen, mir weiterhin zu folgen.

Diese Worte erfüllten mich mit Stolz.

Die Folgen des Massakers ließen nicht lange auf sich warten. 1291 wurde Akkon von den Truppen des Sultans al-Asraf Chalil belagert. Eine erfolgreiche Verteidigung war ebenso aussichtlos wie der Kampf um die Burg Margat 1285, bei dem der Hauptsitz des Johanniterordens gefallen war. Dort hatten wir nur unter großen Verlusten entkommen können und schlossen uns Jean de Villiers, Großmeister des Johanniterordens an.

Großmeisterwappen Jeans de Villiers

Nach siebenwöchiger Belagerung fiel die Stadt am 18. Mai, im Jahre des Herrn 1291. Jean de Villiers wurde an jenem Tag schwer verwundet. Es gelang ihm mit einem kleinen Gefolge, dem auch wir angehörten, auf einem Schiff zu entkommen.

Mit uns flohen auch zwei kräuterkundige Schülerinnen des Maria-Magdalenen-Klosters, die kurz vor dem Fall der Stadt zu uns gestoßen waren, um Jean de Villiers zu pflegen.

Wir flüchteten nach Zypern, wo Jean de Villiers noch auf seinem Krankenbett einen Brief verfasste, in dem er den Fall von Akkon beschrieb.

"Kreuzfahrer erobern die Stadt und rächen die Kränkungen in Strömen von Blut. Darstellung um 1200 in England begonnen, im 14. Jahrhundert in Spanien fertiggestellt

Uns wurde die Aufgabe zuteil, dieses Schreiben zum späteren Großmeister Wilhelm von Villaret nach Frankreich zu bringen.

Ihres Klosters und der Ländereien ihrer Familien in Palästina beraubt, entschlossen sich die Schülerinnen, ihr Wissen um Kräuter- und Heilkunde in den Dienst der Gruppe zu stellen und fortan mit uns zu reisen.

Mit einem Schiff gelangten wir über Italien nach Frankreich, wo wir unseren Auftrag erfüllten und den Brief überbrachten. Zu unserer Enttäuschung hatte Wilhelm von Villaret keine Verwendung für unser klägliches Häuflein Soldaten.

Entkräftet und enttäuscht waren wir fortan auf uns allein gestellt.

In dieser Zeit machte ich meinem Spieß den Vorschlag, den Weg zur Komturey Beckingen zu suchen und künftig unser Brot als Söldnertruppe zu verdienen. Dieser unterbreitete der gesamten Gruppe meine Absichten, die sich einstimmig dafür aussprach. Der Zusammenhalt und die Loyalität rührten und ehrten mich zugleich.

Das Wappen vereinigt das schwarze Balkenkreuz des Deutschen Ritterordens mit dem Wappen des örtlichen Ordenskomturs Philipp Arnold von Ahr

In der Komturey war uns aber kein Glück beschieden.

Durch kleinere Beutezüge bei Metz und Straßburg konnten wir uns mit dem Notwendigsten versorgen, erlangten allerdings auch zweifelhafte Bekanntheit beim Bischof von Metz, Burchard von Avesnes.

Dieser sandte seine Häscher aus, um uns aus seinem Einflussgebiet zu vertreiben. Wir wurden von den bischöflichen Truppen am Grenzgebiet zu Lothringen gestellt.

"Wappen der Herren von Avesnes: schrägrechts fünfmal geteilt von Gold und Rot.

Während des Scharmützels kam uns der Zufall in Gestalt des Herzogs von Oberlothringen zur Hilfe, der seit 1284 im Streit mit Burchard von Avesnes lag.

Die lothringischen Soldaten schlugen unsere Verfolger in die Flucht und setzten uns gefangen. Ferry III. aus dem Haus Châtenois hatte ebenfalls von unseren Erfolgen gegen den Metzer Bischof gehört und brachte uns daher Sympathie entgegen.

Statt uns wie einfache Wegelagerer zu richten, machte er uns ein Angebot: Unsere Freiheit gegen das Versprechen, herzogliches Recht und Gesetz anzuerkennen und ihn im Kampf zu unterstützen. Natürlich war er auch an den Kriegsberichten, die wir aus dem gelobten Land mitbrachten sehr interessiert und er wollte alles über die Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem wissen.

Das lothringische Wappen zeigt in Gold einen roten Schrägrechtsbalken, der mit drei silbernen Alérion belegt ist

Im folgenden Jahr bewährten wir uns, auf das wir zu seiner Garde ernannt wurden und die Erlaubnis erhielten, künftig unsere im gelobten Land erworbenen Farben, Schwarz und Grün, zu tragen und in seinem Namen zu handeln.

So kamen wir als ehemalige Kreuzfahrer, zu Söldnern verdammt, ehrlos heimgekehrt zu neuem Ansehen und unserem ehrenvollen Namen, in Anlehnung an unsere Wurzeln:

Die Mandalorianische Garde

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